
In jeder österreichischen Landeshauptstadt soll es "langfristig"
eine Moschee samt Minarett geben, wünscht sich Anas Schakfeh, Präsident der
Islamischen Glaubensgemeinschaft. Wie nicht anders zu erwarten reagierten
FPÖ und BZÖ empört auf diese Aussagen, die FPÖ forderte ein Einwanderungsverbot
für Menschen aus islamischen Ländern.
Einfach ist die Sache nicht.
Hier die Religionsfreiheit - dort die Rechtspopulisten. Die engagierten Ungläubigen
müssten sich daher irgendwie zwangsläufig für die Religionsfreiheit und gegen
die Rechtsparteien positionieren.
Warum
haben Kirchen Kirchtürme? Der Ursprung war pragmatisch. Schließlich gab
es in früheren Zeiten keine Uhren, um die Menschen zur Messe zu rufen, bedurfte
es eines weit hörbaren Signals. Sowie im Zeitalter der Industrialisierung die
Fabriken mittels Sirenen Schichtbeginn und Schichtende signalisierten, so signalisierten
die Kirchen mittels Glockengeläute kirchliche Veranstaltungen und auch andere
Ereignisse wie Feuersbrünste. Die Kirchtürme waren anfangs freistehende Glockentürme.
Im Islam war das Minarett der Rufturm des Muezzin, der statt des Glockengeläutes
mit schallenden Rufen die Muslime zum Gebet befahl. In den Städten dienten
Türme lange Zeit zudem auch als Feuerwache. Religiöse Bedeutung hatten die
Türme keine, weder in der Bibel, noch im Koran steht was über Türme. Ein
späteres Argument für die Kirchtürme war ein reichlich albernes: Da Gott im
Himmel sitzt, streckte man sich sozusagen mittels der Türme diesem Gott entgegen
("näher mein Gott zu dir", wie es in einem frommen Lied heißt).
Die Türme sind Triumph- und Herrschaftszeichen. Was sich zum Beispiel
darin zeigte, dass es in Österreich den Evangelischen nach ihrer Zulassung als
Religionsgemeinschaft noch lange Zeit ausdrücklich verboten war, Kirchtürme
zu errichten. Innerhalb der katholischen Kirche galt die Turmhöhe eindeutig
auch als Rangabzeichen: bei der Errichtung des Neuen Doms in Linz
im 19. Jahrhundert wurde ausdrücklich verboten, dass ein Turm höher gebaut würde
als der
Turm
vom Wiener Stephansdom!
Damit der Muezzin die Gebetszeiten ausrufen kann, weil die Muslime keine Uhren haben und deshalb nicht wissen, wann Gebetszeit ist? Weil eine Moschee mit Minarett näher bei Allah ist? Ist das Minarett ein Wachturm, wie früher die Kirchtürme? Oder dient es als Signalturm für die Orientierung von Karawanen? Beides war ursprünglich auch eine wichtige Funktion dieser Türme. Oder sind Minarette Duftmarken, mit denen man zeigen will: hier hat der Islam eine feste Position, hier ist der Islam zuhause?
Das Setzen von Herrschaftszeichen ist für Religionen ein Muss. Für säkular gesinnte Menschen ist dies ein Gräuel. Darum besteht keinerlei Bedarf für Ungläubige, sich für Minarette in irgendeiner Weise zu engagieren. Auch wenn "Christenhand" Strache gegen Minarette ist, müssen wir nicht dafür sein. 2009 wurde in Österreich versucht, auf Bussen "No God"-Plakate anzubringen. Was unterdrückt wurde, irgendwie gnadenhalber gab's dann in Wien einige Wochen drei Plakate. Atheisten sollten sich für ihre Rechte engagieren. Nicht für Machtmarkierungen irgendwelcher Religionsgemeinschaften.

Auch
die Verbreitung dieses Plakates hat mit "Macht" zu tun!
2009 wurde
mit dem Verbot der Buskampagne die Ohnmacht
der Atheisten aufgezeigt
- DAGEGEN müssen wir uns wehren!