Zensur für Film über Antisemitismus

Aber in YouTube-Zeiten funktioniert so was nimmer so recht, die politische Korrektheit, sprich Islamkritikverbot, kann den fürs TV gedrehten Film nicht verhindern, seit 12.6.2017 ist er auf YouTube online:

Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa


(erste und zweite Version wurden gesperrt - hier der dritte Versuch, die Zensur zu umgehen - die ARD hat nun angekündigt, den Film am Mittwoch, den 21. Juni, um 22.15 zu zeigen)

Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa ist ein 90-minütiger Dokumentarfilm der Autoren Joachim Schroeder und Sophie Hafner aus dem Jahr 2016 über Antisemitismus in Deutschland, Frankreich, im Gazastreifen und im Westjordanland. Mediale Beachtung fand der Film innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums, nachdem der TV-Sender Arte im Sommer 2017 eine Ausstrahlung abgelehnt hatte. Auch der WDR, der den Film produziert hatte, äußerte "Zweifel an der journalistischen Qualität der Dokumentation". Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, forderte Arte in einem offenen Brief auf, den Film zu zeigen. Dieser Forderung schloss sich Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern, an. Arte-Programmdirektor Alain Le Diberder entgegnete, der Film habe nicht dem genehmigten Projekt entsprochen. Er habe nicht wie vereinbart das "aktuelle Erstarken des Antisemitismus in verschiedenen Ländern Europas" beleuchtet, sondern den Nahen Osten in den Fokus gerückt und sei daher "unausgewogen". Die Bildzeitung und andere Medien deuteten an, der Film thematisiere, dass die Hilfsorganisationen "Brot für die Welt" und "Misereor" Boykott-Kampagnen gegen Israel mitfinanzierten und dass die Europäische Union und die Kirchen zusammen mit der UNO jährlich 100 Millionen Euro Steuergelder für Organisationen bereit stellen sollen, die teilweise israel-feindliche Kampagnen betrieben.
Der Historiker Michael Wolffsohn sagte über den Film, es handele sich um "die mit Abstand beste und klügste und historisch tiefste, zugleich leider hochaktuelle und wahre Doku zu diesem Thema". Auch der Historiker Götz Aly sprach sich für eine Ausstrahlung aus.